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Ausstellungen

Museumsausstellungen

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Nora Schultz / Rosalind Nashashibi / Fiona Connor

Wiener Secession
Wien | 27.06.2019-01.09.2019
Nora Schultz Die deutsche Konzeptkünstlerin Nora Schultz entwirft raumgreifende Installationen und skulpturale Soundarbeiten. Performance und Video zählen ebenso zu ihrer künstlerischen Praxis und ergänzen sich mit den Skulpturen innerhalb der Installationen. Selbstgebaute, improvisierte Druckmaschinen bildeten oft den Ausgangspunkt für und Kern von skulpturalen und performativen Interventionen. Ihr Interesse galt dabei der Bedeutung maschineller Bildproduktion, ihrer Eigendynamik und der sich demgegenüber ändernden Position der Künstlerin/Autorin. In jüngster Zeit verwendet sie oft unterschiedliche Kameras (GoPro, Videodrohne etc.) als maschinelle, nur bedingt kontrollierbare “Co-Produzenten” in ihrem Prozess. Alltagsgegenstände, Sprache, Aufzeichnungssysteme und kulturelle Verschiebungen spielen in Schultz’ Arbeit ebenso eine Rolle wie die Beobachtung und kritische Involvierung des Ausstellungsraumes und der Künstlerin selbst als Produzentin der Arbeit. In performativen Interaktionen entwickelt sie oft große Installationen, die die Strukturen des Raums mit einbeziehen, ihn komplett vereinnahmen und manchmal über seine Grenzen hinausragen. Gestaltungsprozesse, Handlungen, die ursächlich mit den verwendeten Materialien verbunden sind, und die Setzung von Objekten und Aktionen zueinander verleihen ihren künstlerischen Interventionen eine gewisse Spannung. Rosalind Nashashibi Rosalind Nashashibi verzichtet in ihren Filmen auf stringente Erzählungen. Stattdessen inszeniert sie Szenen und Momente aus dem alltäglichen Leben in filmischen Collagen zu oft enigmatischen wie gleichermaßen poetischen Bildern. In der Parallelität unterschiedlicher Handlungsstränge manifestiert sich ihr Interesse an vielschichtigen Realitätsebenen und sozialen Organisationsformen von der Familie bis zum Staat. Grenzen, aber auch räumlich beengte Orte, wie beispielsweise ein Schiff oder ein abgeschiedenes Haus im Dschungel, dienen als Schauplätze ihrer Handlungen. Anhand dieser Handlungen – teilweise sind sie konstruiert und vorgegeben, teilweise erscheinen sie dokumentarisch – beobachtet sie die psychologischen Strukturen von Kontrolle und Zwängen in zwischenmenschlicher Beziehungen. Nashashibi hatte sich schon während ihres Malereistudiums dem Film zugewandt. Da sie die besonderen Qualitäten analogen Filmmaterials und klassischer filmischer Konventionen wie Montage, Schnitt und Kameraführung schätzt, dreht sie ihre Filme meist auf 16mm-Film. Die seit einigen Jahren zu den Filmen entstehenden Gemälde ermöglichen der Künstlerin in einer Unmittelbarkeit und Direktheit auch andere Aspekte herauszuarbeiten, als es das konzeptuelle und kontrollierte filmische Arbeiten erlaubt. Fiona Connor Die neuseeländische Künstlerin Fiona Connor reproduziert in ihren skulpturalen Installationen alltägliche Gegenstände und Strukturen. Durch ihre Nachbildungen von Pinnwänden, Trinkbrunnen, Outdoor-Möbeln oder Türen macht sie nicht nur auf diese oft übersehenen Formen aufmerksam, sondern zeichnet auch Geschichten und Mikroökonomien von Gemeinschaften nach. Zahlreiche ihrer Arbeiten entstehen dabei als Reaktion auf die Infrastruktur der Orte und Umgebungen, an denen sie ausgestellt sind, und enthüllen dadurch auch die architektonischen Mechanismen, die unsere Interaktionen mit Kunst beeinflussen....
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Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris
Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris

Andreas Fogarasi. Nine Buildings, Stripped

Kunsthalle Wien
Wien | 13.11.2019-15.12.2019
Städte wandeln sich in vielerlei Hinsicht – ihre Größe, ihre politische Struktur, ihre demografische Zusammensetzung, ihre funktionale Rolle, ihre Identität sind ebenso veränderlich wie ihre äußere Erscheinung, ihr Volumen, ihre Oberfläche. Andreas Fogarasi dokumentiert die Verwandlung der Oberflächen der Stadt Wien in einer in der Kunsthalle Wien gezeigten Reihe von neun Skulpturen, für die er sich Bruchstücke in jüngster Zeit abgerissener Gebäude wie auch Elemente der Neubauten, die an ihrer Stelle entstanden, zu eigen gemacht hat. Architekturgeschichte wird in Fotografien, Beschreibungen, Bauplänen und manchmal auch Modellen konserviert. Im Gedächtnis der Allgemeinheit wie in den Sammlungen, wie sie mit der Thematik befasste wissenschaftliche Einrichtungen oder architekturbegeisterte Privatpersonen aufbauen, liegt das Hauptaugenmerk auf herausragenden Projekten, historischen Ensembles oder den Werken berühmter Architekten. Ein wesentlicher Aspekt eines Gebäudes, einer Stadt wird dabei allzu oft übersehen und verschwindet undokumentiert: seine, ihre haptische Oberfläche, Farbe, Haut. Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Gebäude in Wien, die abgerissen werden, um für neue Bauten Platz zu machen, oder aber bis auf den Kern rückgebaut und dann mit neuen Innenausbauten und Fassaden versehen werden. Für die Ausstellung sammelt der Künstler konkrete Gebäudeteile – solche, die entfernt werden, aber auch neue Bauelemente: Fassadenverkleidungen, Bodenfliesen, Bruchstücke von Fenstern und Türen, Material- und Farbmuster. Jedes Gebäude wird durch seine Materialien und Oberflächen vor und nach dem Um- oder Neubau dargestellt. So entsteht eine Reihe höchst abstrakter und zugleich durch und durch realistischer Skulpturen, die den Wandel der Gebäude (und der Stadt) dokumentieren. Andreas Fogarasi (geboren 1977 in Wien) ist bildender Künstler und Mitherausgeber von dérive – Magazine for Urban Studies. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Institutionen gezeigt: Museo Tamayo, Mexiko-Stadt; Ludwig Museum, Budapest; New Museum, New York; Kunstverein Düsseldorf; Muzej suvremene umjetnosti Zagreb; CAC, Wilna; Frankfurter Kunstverein und Palais de Tokyo, Paris. Einzelausstellungen (u.a.): Georg Kargl Fine Arts, Wien (2017); Proyectos Monclova, Mexiko-Stadt (2016); MAK Center, Los Angeles (mit Oscar Tuazon); Galeria Vermelho, São Paulo; Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig; Haus Konstruktiv, Zürich (2014); Prefix ICA, Toronto (2012); Museo Reina Sofia, Madrid (2011); Ludwig Forum, Aachen (2010); Lombard-Freid Projects, New York und im ungarischen Pavillon auf der 52. Venedig Biennale (2007), wo er mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderbeitrag ausgezeichnet wurde....
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Time Is Thirsty, Kunsthalle Wien 2019, Foto : iStock.com/Vitalina
Time Is Thirsty, Kunsthalle Wien 2019, Foto : iStock.com/Vitalina

Time Is Thirsty

Kunsthalle Wien
Wien | 30.10.2019-06.01.2020
Time Is Thirsty ist eine Reise durch Zeit und Raum im Gewand einer Ausstellung. Ein „Flashback-forward“, der sich in einer Synchronie zwischen Vergangenheit und Gegenwart entfalten kann. Eine Ausstellung als Zeitreise, die das Jahr 1992 – damals wurde die Kunsthalle Wien gegründet – zum Ausgangspunkt für einen Fantasiefilm macht, dessen Handlung verloren ist. Ein in sich stimmiges Szenario, entworfen auf Grundlage einer präzisen Dramaturgie, lässt die Besucher/innen sich in eine raumfüllende Installation aus Musik, Kleidung, Gerüchen, Kunstwerken, Artefakten und nichtkünstlerischen Objekten vertiefen. Ein Zwischending, geformt durch die Manipulation von Zeit, Erinnerung und Wahrnehmung. Ein Repertoire von Gesten und Gefühlen, die als zu schluckende MDMAdeleine körperlich und mental nachvollziehbar werden. Ein Kaleidoskop der Zeichen, zwischen denen man sich verlieren kann....
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Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung
Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung

Maria Lassnig

Albertina
Wien | 06.09.2019-01.12.2019
Maria Lassnig (1919–2014) zählt mit Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Agnes Martin zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bereits früh machte Maria Lassnig ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körperbewusstsein, Körpersprache und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos bannt die Künstlerin ihre Selbstempfindung auf den Malgrund. Nicht was sie sieht, sondern wie sie sich spürt, wird zum Bild. Zum hundertsten Geburtstag würdigt die ALBERTINA Maria Lassnig mit einer umfassenden Retrospektive....
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Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann
Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann

Die Sammlung Guerlain aus dem Centre Pompidou

Albertina
Wien | 11.10.2019-12.01.2020
Seit den 1990er-Jahren widmen sich Florence und Daniel Guerlain der zeitgenössischen Zeichnung und haben sich so eine umfangreiche Sammlung mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler aufgebaut. Jährlich wird von ihnen auch der Prix de dessin ausgeschrieben und von einer Jury vergeben. Im Jahr 2013 ging ein Teil der Sammlung - 1200 Zeichnungen - als Schenkung an das Centre Pompidou in Paris. Die Albertina gibt nun als erstes Museum in Zentraleuropa mit einer Auswahl von Highlights aus diesem Konvolut Einblick in die Sammeltätigkeit der Guerlains....
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Sean Scully Eleuthera, 2017; © Sean Scully
Sean Scully Eleuthera, 2017; © Sean Scully

Sean Scully. Eleuthera

Albertina
Wien | 07.06.2019-08.09.2019
Sean Scully ist vor allem für seine ausdruckstarken abstrakten Gemälde farbiger Streifen oder Rechtecke bekannt. Die ALBERTINA präsentiert nun erstmals eine Werkserie, die Scully von einer ganz neuen Seite zeigt. Die Serie Eleuthera aus 2016 hat ein sehr privates Sujet zum Hauptthema: sie besteht aus 23 großformatigen Ölgemälden, die Oisín, den siebenjährigen Sohn Sean Scullys, beim Spielen am Strand von Eleuthera, einer Insel der Bahamas, zeigen. In der Ausstellung werden alle Ölgemälde sowie kleinere Pastelle, Zeichnungen und Fotoarbeiten zu sehen sein....
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Ausstellungsansicht: Peter Friedl. Teatro, Kunsthalle Wien 2019, Foto: Jorit Aust: Peter Friedl, The Dramatist (Black Hamlet, Crazy Henry, Giulia, Toussaint), 2013, Sammlung Carré d’Art – Musée d’art contemporain de Nîmes, Courtesy der Künstler und Guido Costa Projects, Turin
Ausstellungsansicht: Peter Friedl. Teatro, Kunsthalle Wien 2019, Foto: Jorit Aust: Peter Friedl, The Dramatist (Black Hamlet, Crazy Henry, Giulia, Toussaint), 2013, Sammlung Carré d’Art – Musée d’art contemporain de Nîmes, Courtesy der Künstler und Guido Costa Projects, Turin

Peter Friedl. Teatro

Kunsthalle Wien
Wien | 22.03.2019-09.06.2019
Peter Friedls facettenreiche Werke verstehen sich als exemplarische Vorschläge und Lösungen für ästhetische Probleme hinsichtlich unseres politischen und historischen Bewusstseins. Auf der Suche nach neuen narrativen Modellen erforschen sie die Konstruktion und die Grenzen von Repräsentation. Die Ausstellung Teatro in der Kunsthalle Wien konzentriert sich auf eine Reihe wiederkehrender Themen in Friedls Œuvre: Modell, Sprache, Geschichte, Übersetzung, Theatralik. Herzstück der Ausstellung ist die im Rahmen der documenta 14 erstmals präsentierte Filminstallation Report (2016). Ausgehend von Kafkas Ein Bericht für eine Akademie, entfaltet Friedl eine ebenso komplexe wie kinematografisch opulente Reflexion über das Wechselspiel von Identität und Sprache, Anpassung und Autonomie. Werke wie The Dramatist (Black Hamlet, Crazy Henry, Giulia, Toussaint) (2013) und Teatro Popular (2016–2017) sind weitere Beispiele für Friedls Auseinandersetzung mit dem Topos Theatralität, den sie unter dem Begriff des Modells in den Blick nehmen. An historisch überlieferten Formen des Marionetten- und Puppentheaters orientiert, sind sie als Modellanordnungen für mögliche Gegen-Erzählungen zur Moderne lesbar. Dadurch stellen sie auch die Verbindung zu Friedls Projekt Rehousing (seit 2012) her, einer Serie von Architekturmodellen, die maßstabgetreu historische, teilweise bereits zerstörte oder auch unrealisiert gebliebene Architekturen nachbilden. Bei den ausgewählten Häusern handelt es sich um Lebenswelten, in denen sich auf ganz unterschiedliche Weise Geschichte, Politik, Biografien und Ideologien spiegeln; als „Fallstudien für die mentale Geografie einer anderen Moderne“ (Friedl). Teatro versammelt aber auch ältere Arbeiten, etwa die auf der documenta X gezeigte Videoarbeit Dummy (1997) oder das Langzeitprojekt Theory of Justice (1992–2010), die sich auf unterschiedliche Weise der Problematisierung von Gerechtigkeitsfiktionen widmen. Sie geben nicht nur Aufschluss über thematische wie formale Kontinuitäten und Wendungen in Friedls Werk, sondern gewinnen im Blick auf gegenwärtige Verteilungs- und Anerkennungskämpfe auch eine neue, oftmals beklemmende Aktualität. Peter Friedl (geb. 1960 in Österreich) ist ein in Berlin lebender Künstler. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u.a. im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; Centre Pompidou, Paris; Walker Art Center, Minneapolis; Van Abbemuseum, Eindhoven und in der Hamburger Kunsthalle. Er nahm an der documenta X, 12 und 14 (1997, 2007 und 2017); der 48. und 56. Biennale von Venedig (1999 und 2015); der 3. Berliner Biennale für zeitgenössische Kunst (2004); Manifesta 7, Trento (2008); der 7. Gwangju Biennale (2008); der 28. Bienal de São Paulo (2008); La Triennale, Paris (2012); der Taipei Biennale (2012 und 2016); der 10. Shanghai Biennale (2014); der 5. Thessaloniki Biennale (2015) und der 1. Anren Biennale (2017) teil. Er nimmt an der Sharjah Biennale 14 (März – Juni 2019) teil. Ausgewählte Einzelausstellungen sind u.a. OUT OF THE SHADOWS, Witte de With, Rotterdam (2004); Work 1964–2006, Museu d‘Art Contemporani de Barcelona; Miami Art Central; Musée d‘Art Contemporain, Marseille (2006–07); Blow Job, Extra City Kunsthal, Antwerpen (2008); Working, Kunsthalle Basel (2008); Peter Friedl, Sala Rekalde, Bilbao (2010); The Dramatist, Artspace, Auckland (2014); The Diaries, Grazer Kunstverein, Graz (2016) und Teatro Popular, Lumiar Cité, Lissabon (2017)....
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Rudolf von Alt Ansicht von Schloss Eisgrub vor dem neugotischen Umbau, um 1830 Aquarell © LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
Rudolf von Alt Ansicht von Schloss Eisgrub vor dem neugotischen Umbau, um 1830 Aquarell © LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna

Rudolf von Alt und seine Zeit. Aquarelle aus den Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein

Albertina
Wien | 15.02.2019-10.06.2019
2019 ist für das Fürstentum und das Haus Liechtenstein ein wichtiges Gedenkjahr: Am 23. Jänner 1719 erhebt Kaiser Karl VI. die Reichsherrschaft Schellenberg und die Reichsgrafschaft Vaduz zum Reichsfürstentum Liechtenstein. Zum ersten Landesherrn wird damit Fürst Anton Florian I. von Liechtenstein. Dieses nun 300 Jahre zurückliegende Ereignis zelebriert die Albertina Wien, in der Stadt, wo die Familie bis 1938 lebte, mit einer großen Ausstellung. Werke wie die Venus von Peter Paul Rubens, die lebensgroße Bronzeplastik des Christus im Elend von Adrian de Fries, die erst jüngst erworbene Bronzebüste des Kaisers Marc Aurel bis hin zu auserwählten Kunstschätzen der weltberühmten Biedermeiersammlung werden im Mittelpunkt der Schau stehen. In großen Ausstellungen haben die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein ihre Schätze in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt gezeigt. Noch nie waren sie jedoch in ihrer gesamten Bandbreite und vor allem auch nach den spektakulären Neuerwerbungen der letzten 15 Jahre in Wien der Öffentlichkeit zugänglich. Mit der Präsentation in der ALBERTINA lassen sich die kostbarsten Werke der Sammlungen und ihre einzigartige Qualität in einem neuen Licht erleben....
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Peter Doig, Lion in the Road (Sailors), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Hannes Böck, Courtesy the artist and Michael Werner Gallery, New York and London / Bildrecht Wien, 2019
Peter Doig, Lion in the Road (Sailors), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Hannes Böck, Courtesy the artist and Michael Werner Gallery, New York and London / Bildrecht Wien, 2019

Peter Doig / Fernanda Gomes / Martine Syms

Wiener Secession
Wien | 12.04.2019-16.06.2019
Peter Doig Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. In seiner Bildsprache verwebt er Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und gefundene Bildquellen mit Referenzen aus der Kunstgeschichte und Popkultur zu vielschichtigen Erzählungen. In den neuen in der Secession gezeigten Gemälden untersucht und variiert der Künstler Motive aus seinem jüngeren Werk, wobei er sich durch die reale und kulturelle Landschaft, die ihn in Trinidad umgibt, inspirieren lässt. Doigs 2017 geschaffene Hommage an den US-amerikanischen Maler der klassischen Moderne Marsden Hartley – eine Darstellung des muskulösen Robert Mitchum am Strand in Trinidad – ist eines der Motive, zu denen er zurückkehrt. Allerdings ist Mitchum hier fast nicht wiederzuerkennen – eine Abstraktion, die es Doig ermöglicht, mit der Farbgebung und Bildfindung zu experimentieren. Durch die Vielfalt der horizontal organisierten Farbfelder evoziert der Künstler nicht nur unterschiedliche Stimmungen zwischen Tag und Nacht, sondern rückt auch die Mittel der Malerei in den Vordergrund. Doigs Thema ist nicht das Wiedererkennen realer Szenen, sondern das Zusammenspiel der dargestellten und kompositorischen Elemente, die zwischen Realität und Imagination verschiedene Ebenen der Wahrnehmung und Erinnerung vereinen. Doig wurde 1959 in Edinburgh geboren und wuchs in Trinidad und Kanada auf, bevor er 1979 nach London zog, um Malerei zu studieren. Er lebt und arbeitet in New York und Trinidad. Fernanda Gomes Seit den 1980er-Jahren kreiert Fernanda Gomes mit profanen, günstigen Materialien Objekte und Bricolagen (stets ohne Titel), die formal an die Arte Povera, den Minimalismus und Brasilianischen Konstruktivismus anknüpfen. In ihren Ausstellungen sind oft eine Fülle an Objekten über Boden und Wände verteilt, räumlich zusammengefasst oder rhythmisch organisiert. Übrig Gelassenes, Vergessenes, Unbeachtetes ebenso wie Weggeworfenes oder Alltagsgegenstände werden in situ arrangiert, zu fragil-prekären Strukturen zusammengestellt oder gebündelt und geschnürt, um kompaktere Gebilde zu erzeugen. Die einzig verwendete Farbe ist weiß, von der Künstlerin als „empfängliche Farbe“ geschätzt, da es sogar subtile Veränderungen der Lichtfarbe und -intensität sichtbar werden lässt. Martine Syms Martine Syms untersucht in ihren Videos, Installationen und Performances die vielfältige Repräsentation Schwarzer im Verhältnis zu Populärkultur, feministischen Ansätzen und radikalen Traditionen. Ihre Arbeitsweise basiert auf Recherchen und bezieht theoretische Modelle zu performativen wie den Individuen aufgezwungenen Identitäten, zur Macht der Geste und zu unhinterfragten Annahmen rund um Ungleichheiten der Geschlechter und Rassen ein. Die Rauminstallation, die Syms für die Secession konzipiert hat, setzt sich aus einer skulpturalen Intervention, einer Soundinstallation und einer Fotocollage zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise auf Simpson’s Record Shop in Detroit beziehen. Syms’ neueste Arbeit nimmt das Lebenswerk von Dorothy Simpson als Ausgangspunkt, geleitet von ihrem eigenen Interesse an von Schwarzen geführten Unternehmen, in deren Geschichte sich wechselseitige Abhängigkeiten, aber auch das Streben nach Selbstbestimmung widerspiegeln. Boon ist eine Hommage an den kulturellen, sozialen und ökonomischen Gestaltungswillen von Simpson, die von 1966 bis 2018 den Plattenladen führte, der über Jahrzehnte Treffpunkt und Begegnungsstätte für die lokale Gemeinschaft war....
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Manfred Willmann

Albertina
Wien | 08.02.2019-26.05.2019
Die ALBERTINA widmet dem österreichischen Fotografen Manfred Willmann (*1952) eine umfassende monografische Ausstellung. In seinen Serien hält Willmann Szenen aus seinem persönlichen Umfeld in Graz und der Südsteiermark fest. Dabei bricht er mit Klischees des idyllischen Landlebens. Die Bilder sind von einer sehr direkten, subjektiven Sichtweise geprägt, charakteristisch sind die konsequente Verwendung des Blitzlichts und der Fokus auf Details. Als einer der ersten österreichischen Fotografen setzt er zudem Farbe als künstlerisches Ausdrucksmittel ein. Die ALBERTINA zeigt sechs umfangreiche Serien aus Willmanns Werk, darunter die einflussreichen Arbeiten „Schwarz und Gold“ und „Das Land“....
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Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien
Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien

Albrecht Dürer

Albertina
Wien | 20.09.2019-06.01.2020
Mit nahezu 140 Arbeiten besitzt die ALBERTINA den weltweit größten und bedeutendsten Bestand an Zeichnungen Albrecht Dürers (1471–1528). Die um wertvolle internationale Leihgaben ergänzte Ausstellung präsentiert Dürers zeichnerisches, druckgrafisches und malerisches Werk als einander ebenbürtige künstlerische Leistungen. Mit ihren wertvollen Exponaten bietet sie Einblicke in neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Albrecht Dürers Œuvre in der ALBERTINA ist sammlungsgeschichtlich von besonderem Interesse: Die Provenienz lässt sich lückenlos bis ins Todesjahr des Künstlers zurückverfolgen. Damit besitzen wir einen seit fast 500 Jahren geschlossen erhaltenen Vorrat aus Dürers eigener Werkstatt. Schwerpunkte sind die Familienbildnisse, die berühmten Tier- und Pflanzenstudien sowie die Kopf-, Hand- und Gewandstudien auf gefärbten Papieren. Die Dürer-Sammlung der ALBERTINA bildet sowohl den idealen Ausgangspunkt für die Rekonstruktion seines Werkstattbetriebs als auch für eine Annäherung an Dürers persönliche, vom Gedankengut des frühen Humanismus geprägte Kunstauffassung....
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Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels

Naturhistorisches Museum Wien
Wien | 05.06.2019-01.09.2019
Das Naturhistorische Museum Wien zeigt als erstes Museum die Ausstellung DAHINSCHMELZEN, eine Visualisierung des Klimawandels durch die Stiftung Project Pressure. Project Pressure verwendet Kunst, um zu Engagement und Verhaltensänderungen anzuregen. Im Gegensatz zu Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Wetterereignissen kann der Massenverlust der Gletscher zu 100 % auf globale Temperaturschwankungen zurückgeführt werden. Sie sind daher wichtige Indikatoren für den Klimawandel. Aus diesem Grund beziehen sich die ausgewählten Kunstwerke in der Ausstellung DAHINSCHMELZEN auf verschwindende Gletscher, um die Auswirkungen des Klimawandels mithilfe verschiedener Medien aufzuzeigen. Seit 2008 beauftragt Project Pressure weltweit renommierte Künstler mit Expeditionen in die ganze Welt; die künstlerischen Arbeiten, die daraus hervorgingen, werden im Naturhistorischen Museum Wien erstmals als ganze Ausstellung gezeigt. Die Projekte wurden in Kooperation mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern entwickelt und durchgeführt, um die wissenschaftliche Genauigkeit zu gewährleisten. DAHINSCHMELZEN bezieht Arbeiten aus allen relevanten Kontinenten ein und entführt den Betrachter in drei Kapiteln auf eine Reise um die Welt. Der erste Teil mit dem Titel Warum sind Gletscher wichtig? bietet eine Einführung in das Thema. Man erfährt, wie jährliche Vergleichsbilder genutzt werden, um Veränderungen und damit die Auswirkungen des Klimawandels zu verfolgen. Der Künstler Peter Funch verwendet Vintage-Postkarten als Vorlage für seine Bilder von amerikanischen Gletschern, um die Auswirkungen des Gletscherrückgangs zu erfassen. Diese Effekte betont er zusätzlich durch die Verwendung von RGB (Rot, Grün, Blau)-Separationsprofilen. Durch seine Landschaftsdarstellung will Funch den Einfluss des Menschen auf die Natur aufzeigen. Noémie Goudal fordert unsere Vorstellung von Stabilität heraus. Gletscher können wie Berge aussehen, aber die sogenannten Flüsse aus Eis bewegen sich und unterliegen ständigen Veränderungen. Um die sich permanent wandelnde Gletscher-Landschaft zu spiegeln und die sich verändernde Umwelt hautnah erlebbar zu machen, konstruierte Goudal eine großformatige fotografische Installation, die auf biologisch abbaubarem Papier gedruckt wurde und sich bei Nässe zersetzt. Wenn sich das Bild auflöst, kann die künstliche Landschaft mit ihrem natürlichen Vorbild verglichen werden. Im zweiten Abschnitt Aktuelle Themen setzt sich die Ausstellung DAHINSCHMELZEN unter anderem mit der Tatsache auseinander, dass Gletscher weltweit für mehr als eine Milliarde Menschen unmittelbar lebenserhaltend sind. Diese sind für Trinkwasser, Bewässerung und Wasserkraft von der Gletscherschmelze abhängig. Man erfährt auch, wie die Grenzen innerhalb Europas durch das Abschmelzen von Gletschern neu gezeichnet werden. Der Klimawandel kann nicht mehr vermieden werden - er findet bereits statt. Die Welt und die Menschheit müssen sich anpassen. Im letzten Abschnitt Globale und zukünftige Aspekte der Kryosphäre behandelt die Ausstellung allgemein bekannte Fakten, überrascht aber die Öffentlichkeit / Besucher / Betrachter auch, indem sie Folgen des Klimawandels visualisiert, die weit über den Anstieg des Meeresspiegels hinausgehen. Durch spezifische Maßnahmen wird versucht, die Risiken durch Gletscherschmelze zu verringern. Die Künstler Norfolk & Thymann bringen ein eher ungewöhnliches Beispiel für Adaptation, nämlich jenen Teil des Rhône-Gletschers, der mit Polyester-Tüchern bedeckt wurde, um das Abschmelzen in Grenzen zu halten. Die Ausstellung DAHINSCHMELZEN kann als Geschichte über die Bedeutung von Gletschern gesehen werden, die auf wissenschaftliche, illustrative und poetische Weise erzählt wird. Jede Künstlerin und jeder Künstler repräsentiert eine einzigartige Sichtweise auf das Thema, indem sie oder er die Auswirkungen der Gletscherschmelze auf planetarer oder mikroskopisch-biologischer Ebene zeigt, das humanitäre Leiden thematisiert etc. In Kombination vermitteln die künstlerischen Interpretationen in DAHINSCHMELZEN den Besucherinnen und Besuchern einzigartige Einblicke in unsere Kryosphäre mit ihrem fragilen Ökosystem und in das sich verändernde Weltklima....
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