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Museumsausstellungen

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Nora Schultz / Rosalind Nashashibi / Fiona Connor

Wiener Secession
Wien | 27.06.2019-01.09.2019
Nora Schultz Die deutsche Konzeptkünstlerin Nora Schultz entwirft raumgreifende Installationen und skulpturale Soundarbeiten. Performance und Video zählen ebenso zu ihrer künstlerischen Praxis und ergänzen sich mit den Skulpturen innerhalb der Installationen. Selbstgebaute, improvisierte Druckmaschinen bildeten oft den Ausgangspunkt für und Kern von skulpturalen und performativen Interventionen. Ihr Interesse galt dabei der Bedeutung maschineller Bildproduktion, ihrer Eigendynamik und der sich demgegenüber ändernden Position der Künstlerin/Autorin. In jüngster Zeit verwendet sie oft unterschiedliche Kameras (GoPro, Videodrohne etc.) als maschinelle, nur bedingt kontrollierbare “Co-Produzenten” in ihrem Prozess. Alltagsgegenstände, Sprache, Aufzeichnungssysteme und kulturelle Verschiebungen spielen in Schultz’ Arbeit ebenso eine Rolle wie die Beobachtung und kritische Involvierung des Ausstellungsraumes und der Künstlerin selbst als Produzentin der Arbeit. In performativen Interaktionen entwickelt sie oft große Installationen, die die Strukturen des Raums mit einbeziehen, ihn komplett vereinnahmen und manchmal über seine Grenzen hinausragen. Gestaltungsprozesse, Handlungen, die ursächlich mit den verwendeten Materialien verbunden sind, und die Setzung von Objekten und Aktionen zueinander verleihen ihren künstlerischen Interventionen eine gewisse Spannung. Rosalind Nashashibi Rosalind Nashashibi verzichtet in ihren Filmen auf stringente Erzählungen. Stattdessen inszeniert sie Szenen und Momente aus dem alltäglichen Leben in filmischen Collagen zu oft enigmatischen wie gleichermaßen poetischen Bildern. In der Parallelität unterschiedlicher Handlungsstränge manifestiert sich ihr Interesse an vielschichtigen Realitätsebenen und sozialen Organisationsformen von der Familie bis zum Staat. Grenzen, aber auch räumlich beengte Orte, wie beispielsweise ein Schiff oder ein abgeschiedenes Haus im Dschungel, dienen als Schauplätze ihrer Handlungen. Anhand dieser Handlungen – teilweise sind sie konstruiert und vorgegeben, teilweise erscheinen sie dokumentarisch – beobachtet sie die psychologischen Strukturen von Kontrolle und Zwängen in zwischenmenschlicher Beziehungen. Nashashibi hatte sich schon während ihres Malereistudiums dem Film zugewandt. Da sie die besonderen Qualitäten analogen Filmmaterials und klassischer filmischer Konventionen wie Montage, Schnitt und Kameraführung schätzt, dreht sie ihre Filme meist auf 16mm-Film. Die seit einigen Jahren zu den Filmen entstehenden Gemälde ermöglichen der Künstlerin in einer Unmittelbarkeit und Direktheit auch andere Aspekte herauszuarbeiten, als es das konzeptuelle und kontrollierte filmische Arbeiten erlaubt. Fiona Connor Die neuseeländische Künstlerin Fiona Connor reproduziert in ihren skulpturalen Installationen alltägliche Gegenstände und Strukturen. Durch ihre Nachbildungen von Pinnwänden, Trinkbrunnen, Outdoor-Möbeln oder Türen macht sie nicht nur auf diese oft übersehenen Formen aufmerksam, sondern zeichnet auch Geschichten und Mikroökonomien von Gemeinschaften nach. Zahlreiche ihrer Arbeiten entstehen dabei als Reaktion auf die Infrastruktur der Orte und Umgebungen, an denen sie ausgestellt sind, und enthüllen dadurch auch die architektonischen Mechanismen, die unsere Interaktionen mit Kunst beeinflussen....
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Peter Doig, Lion in the Road (Sailors), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Hannes Böck, Courtesy the artist and Michael Werner Gallery, New York and London / Bildrecht Wien, 2019
Peter Doig, Lion in the Road (Sailors), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Hannes Böck, Courtesy the artist and Michael Werner Gallery, New York and London / Bildrecht Wien, 2019

Peter Doig / Fernanda Gomes / Martine Syms

Wiener Secession
Wien | 12.04.2019-16.06.2019
Peter Doig Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. In seiner Bildsprache verwebt er Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und gefundene Bildquellen mit Referenzen aus der Kunstgeschichte und Popkultur zu vielschichtigen Erzählungen. In den neuen in der Secession gezeigten Gemälden untersucht und variiert der Künstler Motive aus seinem jüngeren Werk, wobei er sich durch die reale und kulturelle Landschaft, die ihn in Trinidad umgibt, inspirieren lässt. Doigs 2017 geschaffene Hommage an den US-amerikanischen Maler der klassischen Moderne Marsden Hartley – eine Darstellung des muskulösen Robert Mitchum am Strand in Trinidad – ist eines der Motive, zu denen er zurückkehrt. Allerdings ist Mitchum hier fast nicht wiederzuerkennen – eine Abstraktion, die es Doig ermöglicht, mit der Farbgebung und Bildfindung zu experimentieren. Durch die Vielfalt der horizontal organisierten Farbfelder evoziert der Künstler nicht nur unterschiedliche Stimmungen zwischen Tag und Nacht, sondern rückt auch die Mittel der Malerei in den Vordergrund. Doigs Thema ist nicht das Wiedererkennen realer Szenen, sondern das Zusammenspiel der dargestellten und kompositorischen Elemente, die zwischen Realität und Imagination verschiedene Ebenen der Wahrnehmung und Erinnerung vereinen. Doig wurde 1959 in Edinburgh geboren und wuchs in Trinidad und Kanada auf, bevor er 1979 nach London zog, um Malerei zu studieren. Er lebt und arbeitet in New York und Trinidad. Fernanda Gomes Seit den 1980er-Jahren kreiert Fernanda Gomes mit profanen, günstigen Materialien Objekte und Bricolagen (stets ohne Titel), die formal an die Arte Povera, den Minimalismus und Brasilianischen Konstruktivismus anknüpfen. In ihren Ausstellungen sind oft eine Fülle an Objekten über Boden und Wände verteilt, räumlich zusammengefasst oder rhythmisch organisiert. Übrig Gelassenes, Vergessenes, Unbeachtetes ebenso wie Weggeworfenes oder Alltagsgegenstände werden in situ arrangiert, zu fragil-prekären Strukturen zusammengestellt oder gebündelt und geschnürt, um kompaktere Gebilde zu erzeugen. Die einzig verwendete Farbe ist weiß, von der Künstlerin als „empfängliche Farbe“ geschätzt, da es sogar subtile Veränderungen der Lichtfarbe und -intensität sichtbar werden lässt. Martine Syms Martine Syms untersucht in ihren Videos, Installationen und Performances die vielfältige Repräsentation Schwarzer im Verhältnis zu Populärkultur, feministischen Ansätzen und radikalen Traditionen. Ihre Arbeitsweise basiert auf Recherchen und bezieht theoretische Modelle zu performativen wie den Individuen aufgezwungenen Identitäten, zur Macht der Geste und zu unhinterfragten Annahmen rund um Ungleichheiten der Geschlechter und Rassen ein. Die Rauminstallation, die Syms für die Secession konzipiert hat, setzt sich aus einer skulpturalen Intervention, einer Soundinstallation und einer Fotocollage zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise auf Simpson’s Record Shop in Detroit beziehen. Syms’ neueste Arbeit nimmt das Lebenswerk von Dorothy Simpson als Ausgangspunkt, geleitet von ihrem eigenen Interesse an von Schwarzen geführten Unternehmen, in deren Geschichte sich wechselseitige Abhängigkeiten, aber auch das Streben nach Selbstbestimmung widerspiegeln. Boon ist eine Hommage an den kulturellen, sozialen und ökonomischen Gestaltungswillen von Simpson, die von 1966 bis 2018 den Plattenladen führte, der über Jahrzehnte Treffpunkt und Begegnungsstätte für die lokale Gemeinschaft war....
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Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris
Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris

Andreas Fogarasi. Nine Buildings, Stripped

Kunsthalle Wien
Wien | 13.11.2019-15.12.2019
Städte wandeln sich in vielerlei Hinsicht – ihre Größe, ihre politische Struktur, ihre demografische Zusammensetzung, ihre funktionale Rolle, ihre Identität sind ebenso veränderlich wie ihre äußere Erscheinung, ihr Volumen, ihre Oberfläche. Andreas Fogarasi dokumentiert die Verwandlung der Oberflächen der Stadt Wien in einer in der Kunsthalle Wien gezeigten Reihe von neun Skulpturen, für die er sich Bruchstücke in jüngster Zeit abgerissener Gebäude wie auch Elemente der Neubauten, die an ihrer Stelle entstanden, zu eigen gemacht hat. Architekturgeschichte wird in Fotografien, Beschreibungen, Bauplänen und manchmal auch Modellen konserviert. Im Gedächtnis der Allgemeinheit wie in den Sammlungen, wie sie mit der Thematik befasste wissenschaftliche Einrichtungen oder architekturbegeisterte Privatpersonen aufbauen, liegt das Hauptaugenmerk auf herausragenden Projekten, historischen Ensembles oder den Werken berühmter Architekten. Ein wesentlicher Aspekt eines Gebäudes, einer Stadt wird dabei allzu oft übersehen und verschwindet undokumentiert: seine, ihre haptische Oberfläche, Farbe, Haut. Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Gebäude in Wien, die abgerissen werden, um für neue Bauten Platz zu machen, oder aber bis auf den Kern rückgebaut und dann mit neuen Innenausbauten und Fassaden versehen werden. Für die Ausstellung sammelt der Künstler konkrete Gebäudeteile – solche, die entfernt werden, aber auch neue Bauelemente: Fassadenverkleidungen, Bodenfliesen, Bruchstücke von Fenstern und Türen, Material- und Farbmuster. Jedes Gebäude wird durch seine Materialien und Oberflächen vor und nach dem Um- oder Neubau dargestellt. So entsteht eine Reihe höchst abstrakter und zugleich durch und durch realistischer Skulpturen, die den Wandel der Gebäude (und der Stadt) dokumentieren. Andreas Fogarasi (geboren 1977 in Wien) ist bildender Künstler und Mitherausgeber von dérive – Magazine for Urban Studies. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Institutionen gezeigt: Museo Tamayo, Mexiko-Stadt; Ludwig Museum, Budapest; New Museum, New York; Kunstverein Düsseldorf; Muzej suvremene umjetnosti Zagreb; CAC, Wilna; Frankfurter Kunstverein und Palais de Tokyo, Paris. Einzelausstellungen (u.a.): Georg Kargl Fine Arts, Wien (2017); Proyectos Monclova, Mexiko-Stadt (2016); MAK Center, Los Angeles (mit Oscar Tuazon); Galeria Vermelho, São Paulo; Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig; Haus Konstruktiv, Zürich (2014); Prefix ICA, Toronto (2012); Museo Reina Sofia, Madrid (2011); Ludwig Forum, Aachen (2010); Lombard-Freid Projects, New York und im ungarischen Pavillon auf der 52. Venedig Biennale (2007), wo er mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderbeitrag ausgezeichnet wurde....
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Franz Sedlacek Lied in der Dämmerung, 1931 Öl auf Holz Albertina, Wien. Leihgabe der Oesterreichischen Nationalbank
Franz Sedlacek Lied in der Dämmerung, 1931 Öl auf Holz Albertina, Wien. Leihgabe der Oesterreichischen Nationalbank

Die Neue Sachlichkeit

Albertina
Wien | 03.04.2019-07.07.2019
Vom 3. April bis 7. Juli 2019 werden in zwei Galerieräumen Gemälde aus der Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im Rahmen der Ausstellung Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner präsentiert. Unter dem Titel Die Neue Sachlichkeit in Österreich werden 22 bedeutende Werke von Alfons Walde, Rudolf Wacker, Franz Sedlacek, Josef Floch, Albin Egger-Lienz, Herbert von Reyl-Hanisch, Viktor Planckh, Karl Hauk, Robert Kloss und Greta Freist gezeigt. Neben der Fortführung des malerischen Expressionismus Oskar Kokoschkas etabliert sich in Österreich in den 1920er-Jahren eine gegenläufige Bewegung: die Neue Sachlichkeit. Die Bezeichnung stammt von der legendären gleichnamigen Ausstellung nachexpressionistischer Kunst in Mannheim 1925. Hauptmerkmal ist die größtmögliche Tilgung des Ausdrucks. Der Pinselstrich ist unsichtbar. Mit großer Nüchternheit widmet man sich der objektiven Wiedergabe der Wirklichkeit. Formal schließt man bei der Renaissance und Meistern wie Albrecht Dürer an. Es kommt nicht nur zur Wiederentdeckung der aufwendigen Lasurmalerei, die den einzelnen Pinselstrich verschleiern soll, sondern eifert auch den ikonografischen Vorbildern der altdeutschen Malerei nach. In Österreich bringt diese Stilrichtung eine größere Vielfalt hervor als in anderen europäischen Ländern. Das Werk von Albin Egger-Lienz, der seine wichtigsten Arbeiten nach dem Ersten Weltkrieg schafft, weist durch seinen monumentalen Stil und die Plastizität seiner Figuren bereits auf die Neue Sachlichkeit voraus. Mit der Figuren- und Flächenauffassung, wie sie Die Quelle zeigt, ebnet er einem großen Maler den Weg: Alfons Walde. Beide Künstler sind in ihrem Werk den Landschaften und Menschen ihrer Tiroler Heimat verbunden. Alfons Walde ist vor allem durch seine winterlichen Ansichten aus den Kitzbüheler Bergen bekannt. Andere Spielarten der Neuen Sachlichkeit sind der Magische Realismus und Fantastische Surrealismus. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist der Linzer Chemiker und Kustos im Wiener Technischen Museum Franz Sedlacek. Seine Sujets sind an der spätgotischen Malerei und den Weltlandschaften der Donauschule orientierte Fantasieszenerien mit unheimlichen Gestalten. Lied in der Dämmerung zeigt die für ihn typische Stimmung zwischen Idylle und Bedrohung. Rudolf Wacker arrangiert die trivialen Gegenstände seines Ateliers ergänzt um ausgestopfte Vögel und Kakteen, Masken und Puppen zu merkwürdigen Stillleben, die er in altmeisterlicher, augentäuschender Manier malt. So entwickelt sich in der Neuen Sachlichkeit eine eigene Bildsprache, in der leblose und beziehungslos angeordnete Gegenstände in Trompe-l’Œil-Manier ausgeführt werden. Dem Künstler Herbert Reyl-Hanisch geht es vor allem um die Darstellung von Gefühlen als Seelenlandschaften. Die große Hafenstadt zeigt keine real existierende Stadt, sondern ein als Spielzeuglandschaft komponiertes Idealbild. Mit ihrem Frühwerk ist Greta Freist ebenfalls der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Familie eines Malers entfaltet die triste Vision eines imaginierten Familienlebens. Viktor Planckhs bevorzugte Sujets sind Porträts, Figurenkompositionen, Landschaften und Akte. Er thematisiert die Tristesse der Vorstadt und der Menschen der Zwischenkriegszeit. In seinem Selbstporträt zeigt er sich als nachdenklicher, von Sorgen gedrückter junger Mann. Robert Kloss malt Blumenstücke, Stadtbilder und Porträts in ungewöhnlichen Ansichten und Perspektiven. Er folgt dabei kubistischen Gestaltungsprinzipien und setzt, wie das Porträt Terzetta zeigt, eine expressive Farbpalette ein. Die Tradition der 1930er-Jahre findet auch nach den Zweiten Weltkrieg ihre Fortsetzung. Josef Flochs Interieur mit schwarzem Paravent ist ein Schlüsselwerk des Künstlers. Angeregt vom französischen Interieurbild entwickelt Floch nach 1945 einen ganz persönlichen Bildtypus: kaum möblierte, von Stille und Melancholie erfüllte Innenräume mit hohen Fenster- und Türöffnungen, in deren Zentrum der Mensch steht. Gouverneur Ewald Nowotny: „Der OeNB ist es ein Anliegen, die österreichische Kunst und Kultur zu fördern und wichtige Werke als Leihgaben in Museen auch öffentlich zugänglich zu machen.“...
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Tillman Kaiser / Alexandra Bircken / Korakrit Arunanondchai

Wiener Secession
Wien | 13.09.2019-10.11.2019
Der Künstler und Filmemacher Korakrit Arunanondchai richtet in einem einzigen umfangreichen Werkkomplex das Augenmerk auf die Idee eines „lebenden Archivs“. Sein Interesse gilt dabei Beziehungen, die lange Zeit fortdauern und sich mit den Menschen und ihren Körpern verändern, und somit eine Parallele zur Entwicklung der Geschichtsschreibung aufweisen, ohne jedoch an deren Linearität und zentralen Erzählperspektive festzuhalten. In letzter Zeit ist der Künstler dazu übergegangen, strukturelle Beziehungen, die animistischen Vorstellungen zugrunde liegen, mit jenen des globalen Informationsnetzwerkes zu überlagern. Animismus, das älteste Glaubenssystem der Welt, das außerhalb des Westens auch heute noch sehr präsent und lebendig ist, hat laut Arunanondchai eine gewisse Ähnlichkeit mit der Art und Weise, wie Netzwerktechnologien Menschen in Geister verwandeln. Die Geschichte der nahen Zukunft wird zu einer Version eines Narrativs aus einer fernen, imaginierten Vergangenheit, wie sich auch die Dichotomie von Spiritualität und Technologie zunehmend in Graustufen aufzulösen scheint, sodass eine multiple „gemeinsame Gegenwart“ hergestellt werden kann....
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Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann
Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann

Die Sammlung Guerlain aus dem Centre Pompidou

Albertina
Wien | 11.10.2019-12.01.2020
Seit den 1990er-Jahren widmen sich Florence und Daniel Guerlain der zeitgenössischen Zeichnung und haben sich so eine umfangreiche Sammlung mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler aufgebaut. Jährlich wird von ihnen auch der Prix de dessin ausgeschrieben und von einer Jury vergeben. Im Jahr 2013 ging ein Teil der Sammlung - 1200 Zeichnungen - als Schenkung an das Centre Pompidou in Paris. Die Albertina gibt nun als erstes Museum in Zentraleuropa mit einer Auswahl von Highlights aus diesem Konvolut Einblick in die Sammeltätigkeit der Guerlains....
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Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien
Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien

Albrecht Dürer

Albertina
Wien | 20.09.2019-06.01.2020
Mit nahezu 140 Arbeiten besitzt die ALBERTINA den weltweit größten und bedeutendsten Bestand an Zeichnungen Albrecht Dürers (1471–1528). Die um wertvolle internationale Leihgaben ergänzte Ausstellung präsentiert Dürers zeichnerisches, druckgrafisches und malerisches Werk als einander ebenbürtige künstlerische Leistungen. Mit ihren wertvollen Exponaten bietet sie Einblicke in neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Albrecht Dürers Œuvre in der ALBERTINA ist sammlungsgeschichtlich von besonderem Interesse: Die Provenienz lässt sich lückenlos bis ins Todesjahr des Künstlers zurückverfolgen. Damit besitzen wir einen seit fast 500 Jahren geschlossen erhaltenen Vorrat aus Dürers eigener Werkstatt. Schwerpunkte sind die Familienbildnisse, die berühmten Tier- und Pflanzenstudien sowie die Kopf-, Hand- und Gewandstudien auf gefärbten Papieren. Die Dürer-Sammlung der ALBERTINA bildet sowohl den idealen Ausgangspunkt für die Rekonstruktion seines Werkstattbetriebs als auch für eine Annäherung an Dürers persönliche, vom Gedankengut des frühen Humanismus geprägte Kunstauffassung....
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Nightwatch. Ein visuelles Zusammenspiel von Kunst und Astronomie

Naturhistorisches Museum Wien
Wien | 10.04.2019-24.06.2019
Die Ausstellung Nightwatch zeigt Arbeiten der Künstlerinnen Angela Schwank, Akelei Sell und des Künstlers Ulrich Werner in Gegenüberstellung mit astronomischen Fotografien, Zeichnungen und wissenschaftlichen Graphiken. Die Auswahl der Bilder richtet die Aufmerksamkeit auf die ästhetische Qualität von Strukturen. Sie lädt dazu ein, formale und ästhetische Parallelen zu entdecken und diese mit inhaltlichen Assoziationen in Beziehung zu setzen. Die Präsentation orientiert sich an den Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance und des Barocks, die dazu angelegt waren, eine Weltanschauung aus vielfältiger Betrachtung zu vermitteln. In Vitrinen zusammengestellte Objekte aus Geschichte, Kunst und Wissenschaft knüpfen visuelle und thematische Bezüge zu den Bildwerken an der Wand. Dabei steht das titelgebende computergenerierte Foto Nightwatch für eine innere Wahrnehmung der Nacht....
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Gelatin / Liam Gillick, Stinking Dawn: It should feel like unicorns are about to appear, 2018, Courtesy Galerie Meyer-Kainer
Gelatin / Liam Gillick, Stinking Dawn: It should feel like unicorns are about to appear, 2018, Courtesy Galerie Meyer-Kainer

Gelatin & Liam Gillick. Stinking Dawn

Kunsthalle Wien
Wien | 05.07.2019-06.10.2019
Im Sommer 2019 werden Gelatin und Liam Gillick die Kunsthalle Wien Museumsquartier in ein Filmset verwandeln. Nach einem von Gillick für die Ausstellung gefertigten Filmskript errichten Gelatin im Laufe der Ausstellungsdauer eine Filmkulissen-Installation. Die Dreharbeiten beginnen am Eröffnungsabend unter möglicher Mitwirkung des Publikums und werden an noch bekanntzugebenden Tagen fortgesetzt. Fertig produzierte Teile des Films werden während der Ausstellungszeit zu sehen sein. Gelatin sind vier Wiener Künstler, die sich 1978 in einem Ferienlager kennengelernt haben und seither zusammen arbeiten und spielen. Seit 1993 stellen sie international aus. Gelatin machen sich in ihrer Praxis die Codes relationaler Ästhetik zu eigen und haben eine anarchische und durch und durch unkonventionelle skulpturale Sprache und Herangehensweise erfunden. Humor und Logik, aber auch chaotische Genauigkeit sind Schlüsselinstrumente bei der Konzeption neuer Arbeiten. Ihre Werke schlagen einen Bogen von Individuum und isoliertem Phänomen zu ergebnisoffener Kollektivität, von unverhohlener Erotik zum sublimierten Genuss des Zusammenseins. Museumsbesucher/innen werden oft Teil ihrer Performances, die darauf abzielen, ein Publikum in eine Gemeinschaft zu verwandeln. Gelatins Arbeiten waren international in Museen wie dem Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam; der Fondazione Prada, Mailand; dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris; dem Kunsthaus Bregenz; der Kunsthalle Krems und dem 21er Haus in Wien zu sehen, außerdem auf der Manifesta 11 in Zürich, der 49. und 54. Venedig Biennale, der 1. Moskau-Biennale, der Aichi-Triennale, der Gwangju-Biennale, der Shanghai-Biennale, der Liverpool-Biennale und der EXPO 2000. Der New Yorker Künstler Liam Gillick (geboren 1964 in Aylesbury, Großbritannien) bedient sich zahlreicher Formate, um ein Schlaglicht auf die neuen ideologischen Steuerungssysteme zu werfen, die seit den frühen 1990er Jahren entstanden sind. Er hat eine Reihe von Schlüsselerzählungen entwickelt, die oft einer ganzen Werkgruppe zugrunde liegen. Gillicks Arbeiten zeigen die dysfunktionalen Seiten des Erbes der Moderne auf, vor allem der Abstraktion und der modernen Architektur, wie sie sich im Spiegel eines globalisierten neoliberalen Konsenses darstellen. Seine Arbeiten waren in zahlreichen wichtigen Ausstellungen wie der documenta und den Biennalen von Venedig, Berlin und Istanbul zu sehen; 2009 vertrat er Deutschland in Venedig. Museale Einzelausstellungen fanden im Museum of Contemporary Art, Chicago; dem MoMA, New York und der Tate, London statt. Außerdem schreibt Gillick seit 25 Jahren und hat sich insbesondere als Kunstkritiker einen Namen gemacht. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter eines Bandes gesammelter kritischer Schriften. Aufsehenerregende Kunstwerke im öffentlichen Raum entstanden u.a. für das britische Innenministerium in London und das Lufthansa-Hauptquartier in Frankfurt. Zugleich hat Gillick seine Praxis durch Arbeiten für experimentelle Kunsträume und in der Zusammenarbeit mit Künstler/innen wie Philippe Parreno, Lawrence Weiner und Louise Lawler erweitert....
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Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung
Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung

Maria Lassnig

Albertina
Wien | 06.09.2019-01.12.2019
Maria Lassnig (1919–2014) zählt mit Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Agnes Martin zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bereits früh machte Maria Lassnig ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körperbewusstsein, Körpersprache und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos bannt die Künstlerin ihre Selbstempfindung auf den Malgrund. Nicht was sie sieht, sondern wie sie sich spürt, wird zum Bild. Zum hundertsten Geburtstag würdigt die ALBERTINA Maria Lassnig mit einer umfassenden Retrospektive....
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