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KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Ausstellungen

Museumsausstellungen

Zwei Frauen betreiben das ENIAC Hauptsteuerpult (befindet sich noch in der Moore School). Links: Betty Jennings (Frau Bartik), rechts: Frances Bilas (Frau Spence), Datum nicht bekannt. Aus den Archiven der Technischen Bibliothek der ARL. Historische Computerbilder. Foto © U.S. Army Photo
Zwei Frauen betreiben das ENIAC Hauptsteuerpult (befindet sich noch in der Moore School). Links: Betty Jennings (Frau Bartik), rechts: Frances Bilas (Frau Spence), Datum nicht bekannt. Aus den Archiven der Technischen Bibliothek der ARL. Historische Computerbilder. Foto © U.S. Army Photo

Hysterical Mining

Kunsthalle Wien
Wien | 29.05.2019-06.10.2019
Eine Ausstellung der Kunsthalle Wien im Rahmen der VIENNA BIENNALE FOR CHANGE 2019. Technologie gehört in jeder Gesellschaft zu den grundlegenden Feldern, in denen Geschlecht artikuliert wird. Technische Fertigkeiten und Kenntnisse scheinen spezifischen Geschlechtern zugeordnet zu sein und tragen so zur Ausformulierung von Maskulinität und Femininität bei. In der heutigen westlichen Welt, die als erste die Industrialisierung durchlief und die globale Produktion materieller und geistiger Güter, von Waren, Dienstleistungen und Wünschen beherrschte, ist Technologie eindeutig männlich kodiert. Männern wird eine natürliche Neigung zur Technologie zugeschrieben, während Frauen ihr angeblich ängstlich oder ablehnend gegenüberstehen. Männer befassen sich aktiv mit Maschinen, bauen und benutzen sie. Auch Frauen verwenden Maschinen, gelten aber gewissermaßen als passive Nutznießerinnen des Erfindergeists. Die modernistische Verknüpfung von Technologie und Männlichkeit spiegelt sich auch in geschlechtsspezifischen Alltagserfahrungen wider, in historischen Erzählungen, in der Arbeitswelt und im Bildungswesen, in der Gestaltung neuer Technologien und in der Verteilung von Macht in einer globalen Gesellschaft, die Technologie als Haupttriebfeder des Fortschritts sieht. Die Ausstellung untersucht die materiellen Welten, die wir durch Technologie schaffen, und die Rolle der Technologie in der Ausbildung lokaler und globaler Konfigurationen von Macht, Identitätsformen und Lebensweisen. Sie knüpft an radikale feministische und ökofeministische Theorien von den 1970ern bis zur Gegenwart an, die die Koppelung von neuen Technologien und technischen Wissenschaften an patriarchalische Vorstellungen kritisiert und revidiert haben. Ihre Agenda ist intellektuell und politisch zugleich. In ihren Arbeiten gehen die Künstler/innen der Ausstellung noch einen Schritt weiter, um neue Formen von Wissen, Fähigkeiten und Körperpraktiken in Bezug auf den Einsatz wie auch die Produktion von (neuen) Technologien zu denken und ins Werk zu setzen. Künstler/innen (unter anderem): Trisha Baga, Louise Drulhe, Veronika Eberhart, Sylvia Eckermann & Gerald Nestler, Judith Fegerl, Fabien Giraud & Raphaël Siboni, Katrin Hornek, Barbara Kapusta, Marlene Maier, Pratchaya Phinthong, Marlies Pöschl, Delphine Reist, Tabita Rézaire...
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Martin Gerlach Mikroskopische Aufnahmen, Aus: Formenwelt aus dem Naturreiche (Die Quelle, Bd. V), Wien: Gerlach u. Wiedling (1902-1904)
Martin Gerlach Mikroskopische Aufnahmen, Aus: Formenwelt aus dem Naturreiche (Die Quelle, Bd. V), Wien: Gerlach u. Wiedling (1902-1904)

Foto.Buch.Kunst

Albertina
Wien | 28.06.2019-22.09.2019
So selbstverständlich agiert das Foto als dominierendes Abbildungsmedium in jeder Art von Publikation, dass die Ursprünge dieses Zusammenwirkens in Vergessenheit geraten sind: Der Weg des Fotos ins Buch war lang und von vielen technischen Problemen begleitet. Zwar erreichten ab etwa 1860 eindrucksvolle Bände mit eingeklebten Originalaufnahmen von 1000-fach vergrößerten Schmetterlingsflügeln, Kaiser Maximilians Prunkrüstung, militärischen Übungen oder aristokratischen Theateraufführungen ein begeistertes Publikum, doch waren diese Veröffentlichungen nur für wenige erschwinglich. Erst durch die Übertragung in den Druck, der eine praktisch unbeschränkte Auflagenhöhe erlaubte, wurde aus der Fotografie jenes Massenmedium, das das 20. Jahrhundert visuell beherrschte. Die Kombination aus überzeugender Fotografie, raffinierter Buchgestaltung und handwerklicher Perfektion lieferte ein breites Spektrum früher Fotobände in Österreich, denen nun erstmals eine Ausstellung gewidmet wird....
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Gelatin / Liam Gillick, Stinking Dawn: It should feel like unicorns are about to appear, 2018, Courtesy Galerie Meyer-Kainer
Gelatin / Liam Gillick, Stinking Dawn: It should feel like unicorns are about to appear, 2018, Courtesy Galerie Meyer-Kainer

Gelatin & Liam Gillick. Stinking Dawn

Kunsthalle Wien
Wien | 05.07.2019-06.10.2019
Im Sommer 2019 werden Gelatin und Liam Gillick die Kunsthalle Wien Museumsquartier in ein Filmset verwandeln. Nach einem von Gillick für die Ausstellung gefertigten Filmskript errichten Gelatin im Laufe der Ausstellungsdauer eine Filmkulissen-Installation. Die Dreharbeiten beginnen am Eröffnungsabend unter möglicher Mitwirkung des Publikums und werden an noch bekanntzugebenden Tagen fortgesetzt. Fertig produzierte Teile des Films werden während der Ausstellungszeit zu sehen sein. Gelatin sind vier Wiener Künstler, die sich 1978 in einem Ferienlager kennengelernt haben und seither zusammen arbeiten und spielen. Seit 1993 stellen sie international aus. Gelatin machen sich in ihrer Praxis die Codes relationaler Ästhetik zu eigen und haben eine anarchische und durch und durch unkonventionelle skulpturale Sprache und Herangehensweise erfunden. Humor und Logik, aber auch chaotische Genauigkeit sind Schlüsselinstrumente bei der Konzeption neuer Arbeiten. Ihre Werke schlagen einen Bogen von Individuum und isoliertem Phänomen zu ergebnisoffener Kollektivität, von unverhohlener Erotik zum sublimierten Genuss des Zusammenseins. Museumsbesucher/innen werden oft Teil ihrer Performances, die darauf abzielen, ein Publikum in eine Gemeinschaft zu verwandeln. Gelatins Arbeiten waren international in Museen wie dem Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam; der Fondazione Prada, Mailand; dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris; dem Kunsthaus Bregenz; der Kunsthalle Krems und dem 21er Haus in Wien zu sehen, außerdem auf der Manifesta 11 in Zürich, der 49. und 54. Venedig Biennale, der 1. Moskau-Biennale, der Aichi-Triennale, der Gwangju-Biennale, der Shanghai-Biennale, der Liverpool-Biennale und der EXPO 2000. Der New Yorker Künstler Liam Gillick (geboren 1964 in Aylesbury, Großbritannien) bedient sich zahlreicher Formate, um ein Schlaglicht auf die neuen ideologischen Steuerungssysteme zu werfen, die seit den frühen 1990er Jahren entstanden sind. Er hat eine Reihe von Schlüsselerzählungen entwickelt, die oft einer ganzen Werkgruppe zugrunde liegen. Gillicks Arbeiten zeigen die dysfunktionalen Seiten des Erbes der Moderne auf, vor allem der Abstraktion und der modernen Architektur, wie sie sich im Spiegel eines globalisierten neoliberalen Konsenses darstellen. Seine Arbeiten waren in zahlreichen wichtigen Ausstellungen wie der documenta und den Biennalen von Venedig, Berlin und Istanbul zu sehen; 2009 vertrat er Deutschland in Venedig. Museale Einzelausstellungen fanden im Museum of Contemporary Art, Chicago; dem MoMA, New York und der Tate, London statt. Außerdem schreibt Gillick seit 25 Jahren und hat sich insbesondere als Kunstkritiker einen Namen gemacht. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter eines Bandes gesammelter kritischer Schriften. Aufsehenerregende Kunstwerke im öffentlichen Raum entstanden u.a. für das britische Innenministerium in London und das Lufthansa-Hauptquartier in Frankfurt. Zugleich hat Gillick seine Praxis durch Arbeiten für experimentelle Kunsträume und in der Zusammenarbeit mit Künstler/innen wie Philippe Parreno, Lawrence Weiner und Louise Lawler erweitert....
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Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung
Maria Lassnig Mit einem Tiger schlafen, 1975 Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Privatstiftung

Maria Lassnig

Albertina
Wien | 06.09.2019-01.12.2019
Maria Lassnig (1919–2014) zählt mit Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Agnes Martin zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bereits früh machte Maria Lassnig ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körperbewusstsein, Körpersprache und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos bannt die Künstlerin ihre Selbstempfindung auf den Malgrund. Nicht was sie sieht, sondern wie sie sich spürt, wird zum Bild. Zum hundertsten Geburtstag würdigt die ALBERTINA Maria Lassnig mit einer umfassenden Retrospektive....
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Tillman Kaiser / Alexandra Bircken / Korakrit Arunanondchai

Wiener Secession
Wien | 13.09.2019-10.11.2019
Der Künstler und Filmemacher Korakrit Arunanondchai richtet in einem einzigen umfangreichen Werkkomplex das Augenmerk auf die Idee eines „lebenden Archivs“. Sein Interesse gilt dabei Beziehungen, die lange Zeit fortdauern und sich mit den Menschen und ihren Körpern verändern, und somit eine Parallele zur Entwicklung der Geschichtsschreibung aufweisen, ohne jedoch an deren Linearität und zentralen Erzählperspektive festzuhalten. In letzter Zeit ist der Künstler dazu übergegangen, strukturelle Beziehungen, die animistischen Vorstellungen zugrunde liegen, mit jenen des globalen Informationsnetzwerkes zu überlagern. Animismus, das älteste Glaubenssystem der Welt, das außerhalb des Westens auch heute noch sehr präsent und lebendig ist, hat laut Arunanondchai eine gewisse Ähnlichkeit mit der Art und Weise, wie Netzwerktechnologien Menschen in Geister verwandeln. Die Geschichte der nahen Zukunft wird zu einer Version eines Narrativs aus einer fernen, imaginierten Vergangenheit, wie sich auch die Dichotomie von Spiritualität und Technologie zunehmend in Graustufen aufzulösen scheint, sodass eine multiple „gemeinsame Gegenwart“ hergestellt werden kann....
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Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien
Albrecht Dürer Betende Hände, 1508 Pinsel in Grau und Weiß, grau laviert, auf blau grundiertem Papier © Albertina, Wien

Albrecht Dürer

Albertina
Wien | 20.09.2019-06.01.2020
Mit nahezu 140 Arbeiten besitzt die ALBERTINA den weltweit größten und bedeutendsten Bestand an Zeichnungen Albrecht Dürers (1471–1528). Die um wertvolle internationale Leihgaben ergänzte Ausstellung präsentiert Dürers zeichnerisches, druckgrafisches und malerisches Werk als einander ebenbürtige künstlerische Leistungen. Mit ihren wertvollen Exponaten bietet sie Einblicke in neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Albrecht Dürers Œuvre in der ALBERTINA ist sammlungsgeschichtlich von besonderem Interesse: Die Provenienz lässt sich lückenlos bis ins Todesjahr des Künstlers zurückverfolgen. Damit besitzen wir einen seit fast 500 Jahren geschlossen erhaltenen Vorrat aus Dürers eigener Werkstatt. Schwerpunkte sind die Familienbildnisse, die berühmten Tier- und Pflanzenstudien sowie die Kopf-, Hand- und Gewandstudien auf gefärbten Papieren. Die Dürer-Sammlung der ALBERTINA bildet sowohl den idealen Ausgangspunkt für die Rekonstruktion seines Werkstattbetriebs als auch für eine Annäherung an Dürers persönliche, vom Gedankengut des frühen Humanismus geprägte Kunstauffassung....
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Arnulf Rainer Aus der Himmelserie: Ohne Titel, 1999-2002
Arnulf Rainer Aus der Himmelserie: Ohne Titel, 1999-2002

Arnulf Rainer

Albertina
Wien | 27.09.2019-26.01.2020
Anlässlich des 90. Geburtstags von Arnulf Rainer präsentiert die Albertina eine Auswahl aus ihren umfangreichen Beständen des Künstlers. Im Mittelpunkt stehen Beispiele der frühen Übermalungen und Kreuze, eine Auswahl aus der umfangreichen Werkgruppe der „Face Farces“, von denen die Albertina besonders zentrale und bedeutende Werke verwahrt, sowie eine Serie von ebenso beeindruckenden Schleierbildern. Bereits vor fünf Jahren wurde Arnulf Rainer mit einer umfangreichen Retrospektive zu seinem 85. Geburtstag gewürdigt, Ausdruck der großen Wertschätzung für den international renommierten österreichischen Künstler....
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Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann
Manfred Willmann Volkmarweg 36, Teil 1 aus der Serie „Schwarz und Gold", 1979-1981 Silbergelatineabzug Albertina, Wien © Manfred Willmann

Die Sammlung Guerlain aus dem Centre Pompidou

Albertina
Wien | 11.10.2019-12.01.2020
Seit den 1990er-Jahren widmen sich Florence und Daniel Guerlain der zeitgenössischen Zeichnung und haben sich so eine umfangreiche Sammlung mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler aufgebaut. Jährlich wird von ihnen auch der Prix de dessin ausgeschrieben und von einer Jury vergeben. Im Jahr 2013 ging ein Teil der Sammlung - 1200 Zeichnungen - als Schenkung an das Centre Pompidou in Paris. Die Albertina gibt nun als erstes Museum in Zentraleuropa mit einer Auswahl von Highlights aus diesem Konvolut Einblick in die Sammeltätigkeit der Guerlains....
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Time Is Thirsty, Kunsthalle Wien 2019, Foto : iStock.com/Vitalina
Time Is Thirsty, Kunsthalle Wien 2019, Foto : iStock.com/Vitalina

Time Is Thirsty

Kunsthalle Wien
Wien | 30.10.2019-06.01.2020
Time Is Thirsty ist eine Reise durch Zeit und Raum im Gewand einer Ausstellung. Ein „Flashback-forward“, der sich in einer Synchronie zwischen Vergangenheit und Gegenwart entfalten kann. Eine Ausstellung als Zeitreise, die das Jahr 1992 – damals wurde die Kunsthalle Wien gegründet – zum Ausgangspunkt für einen Fantasiefilm macht, dessen Handlung verloren ist. Ein in sich stimmiges Szenario, entworfen auf Grundlage einer präzisen Dramaturgie, lässt die Besucher/innen sich in eine raumfüllende Installation aus Musik, Kleidung, Gerüchen, Kunstwerken, Artefakten und nichtkünstlerischen Objekten vertiefen. Ein Zwischending, geformt durch die Manipulation von Zeit, Erinnerung und Wahrnehmung. Ein Repertoire von Gesten und Gefühlen, die als zu schluckende MDMAdeleine körperlich und mental nachvollziehbar werden. Ein Kaleidoskop der Zeichen, zwischen denen man sich verlieren kann....
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Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris
Andreas Fogarasi, Sketch 6, 2017, Courtesy der Künstler, Georg Kargl Fine Arts, Wien, Vintage Galéria, Budapest & Galerie Thomas Bernard, Paris

Andreas Fogarasi. Nine Buildings, Stripped

Kunsthalle Wien
Wien | 13.11.2019-15.12.2019
Städte wandeln sich in vielerlei Hinsicht – ihre Größe, ihre politische Struktur, ihre demografische Zusammensetzung, ihre funktionale Rolle, ihre Identität sind ebenso veränderlich wie ihre äußere Erscheinung, ihr Volumen, ihre Oberfläche. Andreas Fogarasi dokumentiert die Verwandlung der Oberflächen der Stadt Wien in einer in der Kunsthalle Wien gezeigten Reihe von neun Skulpturen, für die er sich Bruchstücke in jüngster Zeit abgerissener Gebäude wie auch Elemente der Neubauten, die an ihrer Stelle entstanden, zu eigen gemacht hat. Architekturgeschichte wird in Fotografien, Beschreibungen, Bauplänen und manchmal auch Modellen konserviert. Im Gedächtnis der Allgemeinheit wie in den Sammlungen, wie sie mit der Thematik befasste wissenschaftliche Einrichtungen oder architekturbegeisterte Privatpersonen aufbauen, liegt das Hauptaugenmerk auf herausragenden Projekten, historischen Ensembles oder den Werken berühmter Architekten. Ein wesentlicher Aspekt eines Gebäudes, einer Stadt wird dabei allzu oft übersehen und verschwindet undokumentiert: seine, ihre haptische Oberfläche, Farbe, Haut. Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Gebäude in Wien, die abgerissen werden, um für neue Bauten Platz zu machen, oder aber bis auf den Kern rückgebaut und dann mit neuen Innenausbauten und Fassaden versehen werden. Für die Ausstellung sammelt der Künstler konkrete Gebäudeteile – solche, die entfernt werden, aber auch neue Bauelemente: Fassadenverkleidungen, Bodenfliesen, Bruchstücke von Fenstern und Türen, Material- und Farbmuster. Jedes Gebäude wird durch seine Materialien und Oberflächen vor und nach dem Um- oder Neubau dargestellt. So entsteht eine Reihe höchst abstrakter und zugleich durch und durch realistischer Skulpturen, die den Wandel der Gebäude (und der Stadt) dokumentieren. Andreas Fogarasi (geboren 1977 in Wien) ist bildender Künstler und Mitherausgeber von dérive – Magazine for Urban Studies. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Institutionen gezeigt: Museo Tamayo, Mexiko-Stadt; Ludwig Museum, Budapest; New Museum, New York; Kunstverein Düsseldorf; Muzej suvremene umjetnosti Zagreb; CAC, Wilna; Frankfurter Kunstverein und Palais de Tokyo, Paris. Einzelausstellungen (u.a.): Georg Kargl Fine Arts, Wien (2017); Proyectos Monclova, Mexiko-Stadt (2016); MAK Center, Los Angeles (mit Oscar Tuazon); Galeria Vermelho, São Paulo; Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig; Haus Konstruktiv, Zürich (2014); Prefix ICA, Toronto (2012); Museo Reina Sofia, Madrid (2011); Ludwig Forum, Aachen (2010); Lombard-Freid Projects, New York und im ungarischen Pavillon auf der 52. Venedig Biennale (2007), wo er mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderbeitrag ausgezeichnet wurde....
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