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Friedensreich Hundertwasser: Die Ernte der Träume

14.02.2014 - 31.01.2016

«Ich will zeigen, wie einfach es im Grunde ist, das Paradies auf Erden zu haben.» Mit diesem Anspruch gelangte der Maler, Grafiker, Architekt und Ökologe Friedensreich Hundertwasser zu einem künstlerischen Werk, das ihn zu einem der populärsten, aber auch umstrittensten österreichischen Nachkriegskünstler machte.
Geboren am 15. Dezember 1928 in Wien mit dem bürgerlichen Namen Friedrich Stowasser, legte er sich 1949 den bekannten Künstlernamen zu («Sto» bedeutet in einigen slawischen Sprachen «hundert»). Kunst wurde seine Leidenschaft, doch die akademische Ausbildung langweilte ihn nur. Gerade drei Monate verbrachte er an der Wiener Kunstakademie, bevor er sich seine Anregungen auf ausgedehnten Studienreisen durch Italien, Frankreich, Spanien, Marokko und Tunesien, auf verschiedenen Ausstellungen und durch persönliche Begegnungen mit Künstlern holte. Besonders geprägt wurde er jedoch durch Egon Schiele, Gustav Klimt, Paul Klee und Walter Kampmann.
In den 1950/60er Jahren entwickelte er seine eigene, unverwechselbare Formensprache, die im Gegensatz zu den aufkommenden Strömungen des Tachismus und des Abstrakten Expressionismus stand. Runde und organische Formen, Kreise, Spiralen und Bäume waren seine bevorzugten Motive, die für ihn den Kreislauf des Lebens symbolisierten. Das wesentlichste Element ist Wasser, das in Form von Regentropfen in den Bildern eine grosse Rolle spielt. Seine stark farbigen, ornamental verschlungenen Bilder spiegeln seine Auseinandersetzung mit der Natur und mit der Gesellschaft wider. Die poetischen, phantasievollen Arbeiten, die den Betrachter in eine andere Welt entführen, zeigen Hundertwassers Abneigung gegen die rechtwinklige Rationalität der modernen Stadt und die gerade, mit dem Lineal gezogene Linie. Diese ist für ihn «gottlos und unmoralisch», da sie in der Natur nicht vorkommt und «die Seele zerstört». Diese Einstellung zeigt sich auch in seinem Kampf gegen die «Gewalt der Architektur», der sich in Aktionen, Manifesten und eigenen Bauten niederschlägt.
Ab 1951 wurde die Druckgrafik ein wesentliches Betätigungsfeld für Hundertwasser. Er beschäftigte sich mit den verschiedensten Druckverfahren wie Lithografie, Serigrafie, japanische Farbholzschnitte, Radierungen, Linolschnitte und Drucke in Mischtechniken. In dem Masse wie sein Interesse an Drucken zunahm, wurden die Gemälde immer seltener. Dabei sind die Drucke keine einfachen Reproduktionen von Bildern, sondern äusserst anspruchsvoll. Hundertwasser vereint in ihnen diverse Stilelemente, kombiniert leuchtende und matte Farben und variiert die Oberflächenstrukturen.
Die Gemälde und Grafiken aus der Sammlung Würth geben einen umfangreichen Überblick über das Werk Hundertwassers von den 1950er bis in die 1990er Jahre und zeigen exemplarisch die verschiedenen Techniken, die zu ganz unterschiedlichen Darstellungsformen führen. An ihnen wird sowohl das handwerkliche Können Hundertwassers deutlich als auch die Faszination, die von den Bildern dieses «Propheten der Phantasie» ausgeht.

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