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Harald Priem: Der Stift des Elefanten

19.06.2011 - 04.09.2011
Mit dem Titel "Der Stift des Elefanten" zeigt der Mannheimer Fotograf, Maler und Zeichner Harald Priem (geb. 1963) künstlerische, zum Teil großformatige Fotos, die er in zweijähriger intensiver und gleichzeitig stiller Spurensuche auf dem Gelände des Industriedenkmals Kokerei Hansa in Dortmund bildnerisch fixiert hat. Der poetische Titel der Ausstellung verweist auf die Industrieanlage als ein riesiger Gedächtnisspeicher, den es vorsichtig tastend zu erspüren gilt. In diesem Sinn wird die Fotografie zum Zeichenstift, der Erinnerungen, Schichtungen und Spuren der Zeit offenlegt. Harald Priems Faszination gilt der Maschine, die dem Menschen gegenüber steht, die die Arbeiter bedienen, auch wenn sie noch so groß ist. Auch in der Abwesenheit des Menschen sind die Orte und Räume immer noch energetisch aufgeladen und erzählen von einer Maschinerie, die keinen Stillstand zuließ. Angesichts dieser archaisch anmutenden Eindrücke kommen Erinnerungen an das berühmte Filmepos "Metropolis" von Fritz Lang auf, der Ende 1926/27, also zu jener Zeit, als auch die Kokerei Hansa entstand, der sich dem Thema Mensch-Maschine in einzigartiger Weise gewidmet hat. In seinen Fotografien zeichnet Harald Priem diese Gedanken in ihrer Verflüchtigung nach. So bleibt die Frage nach dem Sinn des Ortes und des Staunens vor der Monstrosität, die in den Arbeiten von Harald Priem aufscheinen. Man schaut in einen Zeittunnel der Interaktion von Mensch und Maschine und hat einen absurden Reflex auf das "Heute".

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