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Kunsthaus Bregenz


Karl Tizian Platz
6900 Bregenz
Tel.: 05574 48594-0
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Öffnungszeiten:

Di-So 10.00-18.00 Uhr
Do 10.00-21.00 Uhr

Berlinde de Bruyckere: The Embalmer

18.04.2015 - 05.07.2015

Berlinde De Bruyckere (geb. 1964 in Gent) wurde durch zahlreiche Ausstellungen u. a. in Montreal, Melbourne, Istanbul, Bern, Graz und Gent bekannt. 2013 bespielte sie den belgischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Bei ihren Skulpturen arbeitet die Künstlerin mit Abgüssen aus Wachs und Kunstharz, Tierfellen, Metall, Holz und Stoffen. Ihre Werke eröffnen vielschichtige Bezüge zu kunsthistorischen Traditionen der Malerei und Plastik. Christliche und mythologische Themen, aber auch das Pferd als Opfer auf den Schlachtfeldern Flanderns oder abgestorbene Bäume geben Zeugnis vom Wachsen und Vergehen.
The Embalmer ist in Kooperation mit dem Kunstraum Dornbirn als eine Ausstellung an zwei Orten konzipiert. Zeitgleich mit der Präsentation im Kunsthaus Bregenz wird in der Montagehalle des Kunstraum Dornbirn eine groß angelegte Installation mit neu geschaffenen Pferde-Skulpturen von Berlinde De Bruyckere gezeigt. Im Kunsthaus Bregenz werden auf drei Stockwerken Skulpturen, Installationen sowie Zeichnungen und Collagen vereint. Beide Präsentationen gemeinsam bieten einen faszinierenden Überblick über das außergewöhnliche Schaffen der belgischen Künstlerin. Im 1. OG des Kunsthaus Bregenz ergänzen und verstärken sich Skulpturen aus der Reihe Liggende und Actaeon sowie Zeichnungen der Serie Romeu »My Deer« in ihrer gemeinsamen Aussage. Sie kreisen um die Themen der Metamorphose von Mensch und Tier sowie Leben und Tod. Nach der griechischen Mythologie beobachtete Aktaion die Göttin Diana beim Bad. Zur Strafe verwandelte Diana ihn in einen Hirsch, der schließlich von Aktaions eigenen Hunden zerrissen wird. Mit dem Tänzer Romeu Runa entwickelte De Bruyckere dazu Zeichnungen und eine Tanz-Performance, die im Kunsthaus Bregenz aufgeführt wird. In Actaeon liegen wächserne, zu Haufen gebündelte Geweihe auf hölzernen Podesten. Auf ähnlichen Holzpodesten ruhen die menschlichen Körpern nachempfundenen Skulpturen Liggende I und Liggende II. Sie erinnern an Tische aus der Pathologie, an Opfer oder an den vom Kreuz abgenommenen Leib Christi.
Das 2. OG bestimmt mit 18 Metern Länge das raumgreifende Werk Kreupelhout|Krüppelholz, erstmals präsentiert im belgischen Pavillon der Biennale di Venezia 2013. Inspiriert von der während eines Sturms gestürzten Krone einer mächtigen Ulme schuf die Künstlerin eine monumentale Skulptur, deren farbige Oberflächenstruktur dem zerborstenen Baum eine menschliche Verletzlichkeit verleiht. Wunden, Narben und unter der Rinde durchscheinende Adern lassen den Baum zu einem Wesen zwischen Mensch, Tier und Pflanze werden. Für das 3. OG erarbeitet die Künstlerin eine völlig neue Werkgruppe mit übereinandergestapelten Tierhäuten aus Wachs, Polyester und Eisen. Diesem Werk gingen intensive Beobachtungen der Künstlerin in der Tierhautverarbeitung des Brüsseler Schlachthofs voraus. Aus dem gleichen Formenrepertoire entwickelt De Bruyckere gleichzeitig für die Oper La Monnaie in Brüssel das Bühnenbild für die Uraufführung des Stücks Penthesilea nach Heinrich von Kleist, in einer Komposition von Pascal Dusapin.
Seit ihrer ersten Ausstellung Mitte der 1980er Jahre wurden De Bruyckeres Skulpturen und Zeichnungen in zahlreichen Ausstellungen in wichtigen Institutionen auf der ganzen Welt thematisiert. Ausstellungen der jüngsten Zeit waren unter anderem im S.M.A.K. Gent, Belgien (2014); Kunsthaus Graz, Österreich (2013); Museum De Pont Tilburg, Niederlande (2012), sowie in La Maison Rouge – Fondation Antoine de Galbert, Paris, Frankreich (2014); Australian Centre for Contemporary Art, Melbourne, Australien (2012); ARTWE – Space for Art, Istanbul, Türkei (2012); Kunstmuseum Moritzburg, Halle, Deutschland, und Kunstmuseum Bern, Schweiz (2011).

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