Weserburg - Museum für moderne Kunst, Foto: Ingo Clauss
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Weserburg - Museum für moderne Kunst

Foto: Ingo Clauss
Foto: Ingo Clauss
Weserburg - Museum für moderne Kunst, Foto: Ingo Clauss
Weserburg - Museum für moderne Kunst, Foto: Ingo Clauss

Teerhof 20
28199 Bremen
Tel.: 0421 598390
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-18.00 Uhr, Do bis 20.00 Uhr

Werner Büttner: Gemeine Wahrheiten

27.10.2013 - 23.02.2014

Mit der Retrospektive „Werner Büttner. Gemeine Wahrheiten“ zeigt die Weserburg | Museum für moderne Kunst die bislang umfangreichste Schau mit Werken des Hamburger Künstlers Werner Büttner. Zusammen mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen prägte er seit den frühen 1980er-Jahren nachhaltig die europäische Kunstszene. Bilder, Zeichnungen, Collagen und Skulpturen zeugen von Büttners Einfallsreichtum, Ironie aber auch beißendem Spott gegenüber den gesellschaftlichen Realitäten. Die Ausstellung hebt die Bedeutung von Werner Büttner in Bezug auf die Entwicklung der deutschen Malerei im ausgehenden 20. Jahrhundert hervor, die er maßgeblich mit beeinflusst hat und stellt ihn als eine ihrer zentralen Figuren und Vordenker dar.
Zu Beginn der 1980er-Jahre etablierte sich in einigen deutschen Kunstzentren eine vitale, ungestüme und zuweilen radikale Malerszene, die das, was Malerei bis dahin war oder sein wollte, provokant in Frage stellte. Mit bewusst trivialen oder absurden Motiven und Themen wurde die Malerei vermeintlich der Lächerlichkeit preisgegeben. Schroffe Ablehnung gegenüber dieser Kunstszene war zunächst die Folge, deren wichtigste Kristallisationspunkte Köln, Berlin und Hamburg waren. In einer betont lapidar erscheinenden Malweise, die zwischen Abstraktion und Anleihen aus der Gegenstandswelt schwankte, wurden von den Künstlern großformartige Bilder geschaffen, die den ‚guten Geschmack‘ und die ‚Qualitäts-Kunst‘ attackierten. Häme und Zynismus gegenüber der neoliberalen Gesellschaft der Helmut Kohl-Ära standen im Vordergrund vieler Werke. Trotz der vorderhand eingenommenen „Scheißegal“-Attitude kann die Kunstszene, die sich um Büttner versammelte, als eine dezidiert Politische bezeichnet werden.
Die rund 300 Bilder, Zeichnungen, Collagen und Skulpturen der Ausstellung geben einen umfassenden Einblick in die dekonstruierende Arbeitsweise Büttners und lassen seine Kreativität und Eigenständigkeit hervor treten. Durch seine betont ruppige und grobschlächtige Malweise wendet sich Büttner gegen die bis dahin gängigen Vorstellungen, was abstrakte und was gegenständliche Kunst zu sein hat. Er nimmt alle schriftlichen, mündlichen oder künstlerischen Äußerungen aus seiner Lebenswelt auf, zermalmt das Vorgefundene motivisch wie inhaltlich und setzt es schließlich neu im Bild zusammen.

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